Islamic Banking
Islamic Banking schafft den Zins nicht ab — es versteht ihn richtig. Was das Verbot des Riba untersagt, ist Geld ohne Gegenleistung: ein fester, leistungsloser Zuwachs auf ein Darlehen, der dem Gläubiger zufällt, ob das finanzierte Projekt scheitert oder gedeiht. In der MoMaT-Geldtheorie ist der Zins jedoch kein solcher leistungsloser Gewinn, sondern eine Versicherungsprämie — der Preis für das Tragen und Verteilen von Risiko über Zeit und Raum und damit eine echte Gegenleistung. So gesehen wird das Verbot nicht umgangen; der vermeintliche Konflikt entsteht gar nicht erst, weil das Verbotene (Gewinn ohne Gegenleistung) nicht dasselbe ist wie der Zins als Risikoprämie (Entgelt für die Leistung, Risiko zu tragen). Das Modell folgt dem historischen Vorbild der Mudaraba (einer Gewinn- und Verlustbeteiligung zwischen Kapitalgeber und Unternehmer) und ergänzt einen Risikopool, sodass die Prämie variabel und erfolgsabhängig ist, die Verpflichtungen begrenzt bleiben und übermäßige Ungewissheit (Gharar) vermieden wird. Das ist Finanzierung in einer viertausendjährigen Tradition: Kontinuität, nicht Bruch.
Die vollständige Argumentation — die sieben Säulen, die Ethik von Risiko versus Zins und die historische Linie von Babylon bis zum mittelalterlichen Mittelmeerraum — findet sich auf der Vision-Seite: