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Org-Shop

OiC.OS ist kein Buchhaltungssystem mit einer Theorie dahinter. Es ist ein Laden für Organisationsformen — ein App-Shop, nur dass man hier kein Programm installiert, sondern eine Art zu organisieren: einen Pool, der Liquidität entlang einer Lieferkette teilt, eine Vertragsform, die Gewinn und Verlust teilt statt Zins zu berechnen, eine interne Verrechnung für einen Verein.

Was tatsächlich gehandelt wird

Eine Organisationsform ist vor allem anderen ein Satz von Rechten, Rollen und Regeln — die Governance-Ebene, GovCat. Wer emittieren darf, wer ziehen darf, wer entscheidet, wer haftet. Alles Weitere folgt daraus: die Entscheidungen, die Agenten treffen können, und die Buchungen, die aus diesen Entscheidungen entstehen. Deshalb ist Governance die Ebene, die gekauft und verkauft wird, und deshalb bleibt eine Form wiedererkennbar, wenn sie in eine andere Welt auf anderer Skala versetzt wird.

Wer unsere Engine kauft, verkauft in aller Regel eigene Formen weiter. Ein Ökonom oder ein Berater baut eine Pooling-Variante für eine bestimmte Branche oder eine Vertragsform für eine bestimmte Rechtsordnung und liefert sie an seine Mandanten aus. Unsere Kunden sind damit nicht nur Käufer, sondern Anbieter in einem zweiten Markt — und die Plattform muss das von Anfang an tragen.

Warum ein Laden Beweise braucht, keine Prüfung

Ein App-Store funktioniert, weil Apps gegen eine stabile, typisierte Plattform laufen und weil der Store prüft, dass eine Installation das Gerät nicht zerlegt. Diese Prüfung ist ein Review-Verfahren und am Ende eine Vertrauensfrage.

Bei uns ist die Prüfung stärker, und sie ist beweisbar. Eine Form darf nur dann in eine Welt installiert werden, wenn zweierlei gilt: Ihre Ports sind typkompatibel zu den Ports, an die sie andockt, und die Bilanzidentität der zusammengesetzten Welt bleibt erhalten — jede Forderung hat weiterhin ihre Gegenforderung, die Bücher des Ganzen schließen weiterhin. Beides sind Eigenschaften der Komposition, geprüft vor der Installation, keine Meinungen über den Verkäufer.

Das kann kein App-Store über seine Apps zusagen. Genau deshalb ist ein Laden für Organisationsformen überhaupt möglich: Komponierbarkeit wird nicht erhofft, sie wird verifiziert. Was die Magic Sauce als Verkleben lokal einfacher Stücke zu global Kompliziertem beschreibt, ist hier nicht nur die Mathematik — es ist die Ware.

Alles ist ein Katalogeintrag

Die wiederkehrende Frage „was ist eigentlich das Produkt“ löst sich auf, sobald der Katalog die Antwort ist: Beispielwelten, das Terminal, Bibliotheken, Organisationsformen, Vorlagen. Diese Liste ist bewusst heterogen.

Was daraus einen Katalog statt einer Grabbelkiste macht, ist nicht die Warenart, sondern die gleiche Form jedes Eintrags: eine typisierte Schnittstelle, eine Version, eine Lizenz. Mit dieser Disziplin lässt sich einem Käufer sagen, welche Einträge in seine Welt passen und welche nicht — dieselbe Port-Kompatibilität, die das Zusammensetzen regelt, regelt auch, was zu kaufen sich lohnt. Ohne sie ist ein Katalog gemischter Güter binnen eines Jahres unbrauchbar.

Das Schaufenster selbst — Katalog, Varianten, digitale Auslieferung, Zahlung, Rechnung — ist Standardsoftware und der einfache Teil. Die Arbeit steckt im Packformat, nicht im Laden.

Stand der Dinge

Die Formen existieren und laufen als Modelle; das Packformat, die Port-Typen als öffentliche Schnittstelle und die Versionsverträglichkeit zwischen Formen sind der nächste Bauschritt. Der Laden, die Kundenkonten und die Abrechnung dahinter sind unter Engagement beschrieben. Nichts davon steht bereits zum Verkauf.